Vom antiken Pompeji bis hoch auf den mächtigen Vesuv

ItalienKurztripsRoadtrips
von on 2016-09-07

Nachdem ich die vorherigen beiden Tage auf den Inseln Capri und Ischia und dementsprechend viel am Strand verbracht hatte, standen für mich nun wieder etwas Kultur und Geschichte auf dem Programm. Das antike Pompeji und der mächtige Vesuv warteten auf mich. Der Besuch beider Orte lässt sich wunderbar miteinander verbinden. Wie ich das gemacht habe und was ich alles erleben durfte, erfährst du jetzt.

Pompeji – ein paar kurze Infos zum Einstieg

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Das antike Pompeji am Fuße des Vesuvs, einst eine lebhafte, römische Stadt, ist vor rund 2.000 Jahren aufgrund des Ausbruchs des Vulkans untergegangen und wurde von einer 7 Meter dicken Schicht überschüttet. Erst im 18. Jahrhundert wurde ernsthaft mit den Ausgrabungen der Stadt begonnen, deren Ruinen heute eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in ganz Italien sind und seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Öffnungszeiten Pompeji
  • April bis Oktober: täglich 8:30 Uhr bis 19:30 Uhr
  • November bis März: täglich 8:30 Uhr bis 17 Uhr
  • letzter Einlass jeweils 90 Minuten vor Schließung
Eintrittspreise Pompeji
  • 13 Euro (7,50 Euro ermäßigt)

Weiterführende Informationen zu Pompeji findest du hier.

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Anfahrt nach Pompeji mit dem Zug von Neapel

Pompeji ist von Neapel aus problemlos, günstig und schnell zu erreichen. Die Linie Circumvesuviana EAV fährt vom Bahnhof Garibaldi in der Altstadt von Neapel direkt zum Haupteingang Porta Marina. Aussteigen musst du an der Station Pompei Scavi-Villa dei Misteri. Die einfache Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde und kostet 2,60 Euro
(Stand: Juni 2016).

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Auf eigene Faust durch Pompeji

Sobald du den Bahnhof verlässt, wirst du schon mit Angeboten für geführte Touren überschüttet. Diese schienen preislich auch zunächst ziemlich verlockend, doch da wusste ich noch nicht, dass der Eintritt in Pompeji noch nicht dabei war. Da ich ohnehin lieber eigenständig die Ausgrabungsstätte erkunden wollte, lief ich weiter zum Haupteingang, um mir lediglich eine Eintrittskarte zu kaufen. Einen Flyer mit den wichtigsten Informationen und einer Karte gab es kostenlos dazu.

Ich konzentrierte mich bei meinem Rundgang gar nicht so sehr auf die Bedeutung der jeweiligen Gebäude. Viel mehr wollte ich mich in den römischen Alltag von damals hineinversetzen. Daher schaute ich gar nicht so oft auf meinen Stadtplan, sondern ließ mich weitestgehend durch die Straßen treiben. Zwischen den zahlreichen Touristen findet man so auch immer wieder etwas ruhigere Plätze, um die Atmosphäre richtig aufsaugen zu können.

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Bunte Wandmalerei und Zebrastreifen in Pompeji

Was hier mittlerweile alles wieder ans Tageslicht geholt wurde, nachdem Pompeji so lange verschüttet war, ist der Wahnsinn. Besonders beeindruckend fand ich auch die bunten Wände, die durch die dicke Schicht genauso konserviert wurden und heute wieder gut sichtbar sind. Und auch die „Zebrastreifen“ haben es mir angetan. Wie ein kleines Kind bin ich bei jeder Gelegenheit über die großen Steine gelaufen, um auf die andere Straßenseite zu gelangen.

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Leider herrscht in Pompeji auch an ein paar Stellen Einsturzgefahr oder es wird restauriert, so dass nicht immer alle Sehenswürdigkeiten für Besucher zugänglich sind.

Die Gipsmenschen von Pompeji

Auf die Gipsmenschen von Pompeji war ich ganz besonders gespannt. Als die Menschen mit der Zeit allmählich verwesten, hinterließen sie Hohlräume in der Ascheschicht, die anschließend mit Gips gefüllt wurden, um die Positionen der Vesuvopfer zu zeigen, in denen sie auf tragische Weise gestorben sind. Du findest sie im Antiquarium rechts kurz nach dem Haupteingang.

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Das Amphitheater von Pompeji als Maßstab für Rom

Wenn du meine Artikel über das römische Trier und Rom gelesen hast, weißt du sicher, wie sehr mich das alte Rom und vor allem auch Gebäude wie Amphitheater faszinieren.

Vom Haupteingang ausgehend, befindet sich das Anfiteatro von Pompeji am anderen Ende der Stadt. Es galt mit seinen rund 20.000 Plätzen einst als Maßstab für das Kolosseum von Rom, das erst nach dem Untergang von Pompeji fertiggestellt wurde.

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Geführte Tour von Pompeji auf den Vesuv

Gegen Mittag hatte ich nach etwa 3 Stunden die Ausgrabungsstätte verlassen und dementsprechend noch genügend Zeit, auch dem Vesuv einen Besuch abzustatten. Ich wollte mir den Vulkan anschauen, der Pompeji einst zum Verhängnis wurde.

Obwohl ich mir im Vorfeld die Verbindung von Pompeji zum Vesuv rausgesucht hatte, wollte ich diesmal nicht auf eigene Faust losziehen, sondern habe mich spontan einer geführten Tour angeschlossen. Der Anbieter Tempio Travel am Bahnhof bietet verschiedene Ausflüge an, unter anderem auch an die Amalfiküste, die ich in diesem Moment ziemlich verlockend fand. Ich wollte mich einfach mal um nichts kümmern müssen.

Für 22 Euro in 3 Stunden hoch auf den Vesuv und wieder zurück nach Pompeji hat man sicherlich kein Schnäppchen gemacht, das Gesamtpaket passte jedoch, so dass ich gar nicht lange überlegte und mich der Gruppe anschloss. Und das habe ich auch zu keinem Zeitpunkt bereut.

Der Weg nach oben auf den Vesuv

Mit dem Shuttlebus ging es vom Bahnhof zunächst zum Nationalpark, dem 1995 eröffneten Parco Nazionale del Vesuvio, der das Vulkangebiet sowie die beiden Ausgrabungsstätten Herculaneum und Pompeji umfasst.

Dort sind wir in einen speziellen Geländewagen umgestiegen, der das Privileg hat, einen antiken Bergpfad hochzufahren, den ansonsten nicht mal Fußgänger betreten dürfen. Für die gibt es in dem weitläufigen Gebiet jedoch zahlreiche markierte Wanderwege.

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Der Transport zum Fuß des Kraters auf 1.000 Meter Höhe war extrem holprig, aber genau das war auch der Spaß an der Sache. Ständig ist man von seinem Sitz abgehoben und im Bus herrschte permanent Gelächter.

Die letzten 281 Meter bis nach ganz oben mussten wir schließlich zu Fuß zurücklegen. Doch die Temperaturen waren nun deutlich kälter als noch unten in Pompeji. Am Anfang war das noch recht angenehm, aber nach einiger Zeit hätte ich mir doch eine dünne Jacke gewünscht. Leider war es an diesem Tag auch sehr bewölkt rund um den Krater, so dass wir die tolle Aussicht auf das Umland und den Golf von Neapel nicht genießen konnten.

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Nach einem rund 20-minütigen Fußmarsch wartete oben schon ein Guide, um uns ein bisschen was über den Vesuv zu erzählen.

„Kann der Vesuv in diesem Moment ausbrechen?“

Nein, der Guide versicherte uns direkt, dass man einen Ausbruch dieses Vulkans bis zu 4 Wochen vorher voraussagen kann. Während ich dieser Aussage mein uneingeschränktes Vertrauen schenkte, konnte ich meinen Blick dennoch eine Zeit lang nicht von den Rauchwolken abwenden, die an manchen Stellen aus dem Gestein austraten.

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Der Vesuv, Wahrzeichen Kampaniens, ist schließlich der einzig aktive Vulkan auf dem europäischen Festland und seit seinem letzten Ausbruch 1944 ein schlafender Riese. Etwa 1 Million Menschen leben trotz der verheerenden Ausmaße, die ein Ausbruch des Vesuvs zur Folge hätte, in der Gefahrenzone.

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Nach diesen interessanten Ausführungen des Guides hatten wir noch ein wenig Zeit zur Verfügung, uns individuell auf dem Krater umzusehen, bevor es wieder zurück nach Pompeji und für mich weiter nach Neapel ging. Eine absolut gelungene Tour, die ich dir uneingeschränkt empfehlen kann. Falls dir die 22 Euro dafür ein bisschen Bauchschmerzen bereiten, kannst du natürlich auch individuell anreisen, denn der Besuch auf dem Vesuv gehört zu deinem Pflichtprogramm, wenn du mal am Golf von Neapel bist. Und wie du noch das antike Pompeji mit dem Vulkan verbinden kannst, weißt du jetzt ja auch.

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Nächste Station: Amalfiküste

Warst du auch schon im antiken Pompeji oder oben auf dem Vesuv? Haben dich diese Orte auch so begeistert? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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6 KOMMENTARE
  1. Antworten

    Claudia G.

    7. September 2016

    Wow, super Fotos und sehr schöner Bericht. Dankeschön. 🙂

    Liebe Grüße, Claudia

    • Christina
      Antworten

      Christina

      7. September 2016

      Danke dir 🙂

  2. Antworten

    Maria

    7. September 2016

    Pompeji will ich auch unbedingt einmal sehen. Hab schon so viel darüber gelesen und gehört, aber vermutlich ist nichts so beeindruckend, als wenn man die antike Stadt mit eigenen Augen sieht.
    Viele Grüße
    Maria

    • Christina
      Antworten

      Christina

      8. September 2016

      Das stimmt wohl. Der Besuch dort war schon eine richtig tolle Erfahrung 🙂
      Liebe Grüße
      Christina

  3. Antworten

    Katharina

    9. Oktober 2016

    Hallo Christine,
    Deine Bilder sind wirklich toll. Ich war tatsächlich mal zu Schulzeiten in Pompeji. Aber damals konnte man das noch gar nicht so richtig schätzen. Muss glaub ich mal meine alten Bilder suchen. Auf dem Vesuv waren wir damals auch. Erinnere mich noch, dass der Aufstieg echt anstrengend war – runter sind wir dann über Geröll „gesurft“.

    Wäre vielleicht eine Idee, den Besuch zu wiederholen. Allerdings hat mich Neapel damals so ganz und gar nicht angesprochen. Aber wer weiß – vielleicht sehe ich das heute anders.
    Liebe Grüße
    Katharina

    • Christina
      Antworten

      Christina

      9. Oktober 2016

      Hallo Katharina,
      ja das kenne ich mit den Schulbesuchen. Damals hat man gar nicht so sehr darauf geachtet, wo man eigentlich ist. Das ging mir besonders in Berlin so.
      Neapel hat mir auch nicht so zugesagt…
      Liebe Grüße
      Christina

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Christina
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