5 Dinge, die du in Straßburg erleben musst

FrankreichTagesausflüge
von on 2016-04-10

Mein Ausflug nach Straßburg war mein erster Trip nach Frankreich seit Valloire 2011 und erst mein zweiter insgesamt. Umso größer war die Vorfreude, kannte ich unser Nachbarland bisher doch nur von der Skipiste. Obwohl die Stadt unmittelbar an der deutschen Grenze liegt und nur einen Spaziergang über den Rhein entfernt ist, finde ich Ausflüge in ein anderes Land immer ganz besonders spannend. Auf einmal sehen die Straßenschilder anders aus, die Kennzeichen auf den Autos sind fremd und überhaupt wirkt alles irgendwie verändert.

Straßburg kann man wunderbar zu Fuß erkunden. Daher haben wir unser Auto direkt im Parkhaus Gutenberg im Zentrum abgestellt. Die Parkgebühren haben es zwar in sich, doch die 24 Euro für rund 7 Stunden Aufenthalt haben sich definitiv gelohnt, denn in Straßburg kann man richtig viel erleben. Was du alles machen solltest, erfährst du jetzt.

Straßburg – 332 Treppen auf das Münster steigen

Eine der Hauptattraktionen in Straßburg ist zweifelsohne das gigantische Münster bzw. die Cathédrale de Notre Dame de Strasbourg im Herzen der Altstadt. Schon der Anblick, wenn man durch die engen Gassen vorbei an zahlreichen alten Fachwerkhäusern schlendert und sich der riesige Kirchturm plötzlich vor einem auftut, ist überwältigend. Und auch im Innenbereich hält die Kathedrale, was sie verspricht. Riesige, bunte Fenster zieren die Wände, wie ich es noch nie gesehen habe.

straßburg

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Doch das Highlight befindet sich hoch oben über den Dächern der Stadt. Für 4,60 Euro erreicht man über 332 Treppenstufen die Aussichtsplattform des Münsters und hat eine traumhafte Aussicht auf die süßen Häuschen. Besonders der Blick auf den Palais Rohan, eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt, in dem sich heute 3 Museen befinden, entschädigt für die Mühen des Aufstiegs. Oben angekommen kann man sich zudem in das Gästebuch eintragen.

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Beachte aber, dass du keinen Rucksack mit nach oben nehmen darfst und du diesen auch nicht an der Kasse abgeben kannst. Obwohl ich diese Regel nicht ganz verstanden habe, da manche Frauen Handtaschen in Größe eines Handgepäckskoffers für 3 Tage London um den Arm hängen hatten, durften wir mit unserem kleinen Rucksack auf dem Rücken die Eingangstür zum Turm nicht passieren. Nach kurzer Überlegung, das Ding einfach „schnell“ zurück zum Auto zu bringen, entschieden wir uns, mal im Tourismusbüro nachzufragen. Doch auch hier verwies man uns zunächst nur auf die Schließfächer am Bahnhof, die auf der Karte eine gefühlte Ewigkeit weit weg aussahen.

Also ergriffen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel und bestachen die Mitarbeiterinnen mit zwei Packungen Oreos und baten sie darum, den Rucksack für die Zeit unseres Aufstiegs aufzubewahren und nach etwas französisch-deutschem Hin und Her hatten wir damit dann zum Glück auch Erfolg. Für deinen Ausflug nach Straßburg kannst du dir also merken, dass du deinen Rucksack am besten Zuhause lässt und stattdessen lieber auf eine Handtasche zurückgreifst, denn ich bin mir nicht sicher, ob Oreos in so einem Fall immer zum Ziel führen.

Natürlich kannst du deinen Rucksack auch vor den Türen der Kathedrale abstellen und ihn hinterher dort wieder abholen – sofern er dann noch da ist.

Straßburg – Bootstour durch La Petite France

Ich liebe das Wasser und ich fahre total gerne mit Booten oder Schiffen. So war es selbstverständlich, dass wir auch Straßburg auf einer Tour durch die Gewässer der Stadt erkundet haben. Für 12,50 Euro fährt man in etwa eine Stunde über die Ill, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten wie dem Europäischen Parlament und dem Europarat.

Audioguides in verschiedenen Sprachen stehen kostenlos zur Verfügung und informieren über die einzelnen Anlaufpunkte der Rundfahrt. Besonders schön ist der Abschnitt durch La Petite France, das malerische Altstadtviertel von Straßburg. Wer sich für alte Brücken begeistert, kommt hier voll auf seine Kosten.

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Etwas schade ist, dass man auf dem Boot keine Möglichkeit hat, „nach draußen“ zu gehen. So geht leider ein bisschen das „Auf-Dem-Wasser-Feeling“ verloren und auch das Fotografieren durch die Scheiben ist ein wenig erschwert. Doch dazu gleich mehr.

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Die Rundfahrt beginnt an der Anlegestelle Palais Rohan. Der Kartenverkauf befindet sich direkt am Ufer zwischen den 3 „Haltestellen“. Die Touren starten alle 15 Minuten.

Straßburg – Spaziergang auf der Grande-Île

Straßburg ist wunderschön von oben, wenn man vom Dach der Kathedrale hinunter auf die alten Häuser blickt und auch vom Wasser aus ist die Stadt richtig gemütlich. Doch man sollte in jedem Fall auch noch zu Fuß durch die kleinen Gassen spazieren und die süßen Fachwerkhäuser ganz aus der Nähe betrachten. Besonders schön ist ein solcher Spaziergang, wenn man dem Lauf der Ill folgt. Hier ergeben sich wunderschöne Fotomotive.

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Wer ein bisschen Zeit mitgebracht hat, kann den Stadtplan getrost zur Seite legen und einfach drauf losgehen. Durch die verwinkelten Gassen zu schlendern macht total Spaß. Ich glaube, ich war noch nie so orientierungslos wie in Straßburg, aber genau das macht den Reiz aus. Es gibt so viel zu entdecken und irgendwann erscheint dann doch wieder der Turm der Kathedrale zwischen den Häuschen. Bei mir zwar immer an anderer Stelle, als vermutet, aber das ist eigentlich nicht schlimm. Die Grande-Île, das Weltkulturerbe von Straßburg und historisches Zentrum der Stadt, ist nicht allzu riesig und doch gibt es so viel zu entdecken und zu erfahren. Die vielen deutschen Straßennamen erinnern an die vielfältige Geschichte der Stadt.

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Wem irgendwann die Füße schmerzen, der kann in eines der zahlreichen Cafés einkehren und gemütlich eine heiße Schokolade trinken. Und auch für den großen Hunger ist man in Frankreich ja bekanntlich sehr gut aufgehoben.

Straßburg – Elsässer Flammkuchen essen

Da ich immer gerne die regionalen Spezialitäten koste, fiel meine Essenswahl nicht sehr schwer. Das traditionelle Choucroute gibt es in Straßburg an jeder Ecke. So auch im Maison Kammerzell, dem bekanntesten Fachwerkhaus der Stadt am Fuße der Kathedrale. Da ich aber wusste, dass ein Gericht aus Sauerkraut, Würsten und Kartoffeln nicht unbedingt meinen Geschmack treffen würde, habe ich mich für die andere kulinarische Attraktion des Elsass entschieden und einen Flammkuchen bestellt.

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Und wer jetzt meint, er war noch nie in Frankreich und hat trotzdem schon richtig guten Flammkuchen gegessen, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Und ich habe schon oft Flammkuchen gegessen. Ob tiefgekühlt, selbstgemacht, auf dem Weihnachtsmarkt oder sonst wo, so gut wie in Straßburg war es nie. Im Le Pilier des Anges habe ich definitiv den besten Flammkuchen meines Lebens gegessen.

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Doch das hatte auch seinen Preis. Ähnlich wie das Parkhaus haben es auch die französischen Gastronomie-Preise in sich. Dennoch bereue ich keinen Cent, den ich an diesem Tag bei unseren Nachbarn gelassen habe.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings der Humor der Franzosen, so es denn einer sein sollte. Bereits die Dame, die uns den Aufstieg mit Rucksack in die Kathedrale verweigert hatte, war mehr als merkwürdig und auch einer unserer Gastgeber im Le Pilier des Anges hatte ein recht eigenwilliges Verständnis von Spaß. Auf unsere Frage nach dem W-Lan-Passwort entgegnete er nur trocken, dass es keines gebe und die Rechnung unseres Tischs ohnehin zu niedrig dafür wäre. Einen Augenblick später kam ein weiterer Mitarbeiter vorbei und nannte uns, ohne dass wir nochmal fragen mussten, die Zugangsdaten.

Straßburg – Macarons essen

Ich muss zugeben, ich hatte bis zu meinem Ausflug nach Straßburg noch nie ein Macaron gegessen. Das lag wohl auch hauptsächlich an meiner Vorstellung des Gebäcks. Die bunten Farben ließen mich darauf schließen, dass Macarons irgendwie sehr künstlich schmecken und haben mich an eine Süßigkeit aus meiner Kindheit erinnert, deren Namen ich gar nicht mehr kenne. Jedenfalls hatte ich das Vorurteil, dass das nichts für mich ist.

Umso besser, dass ich meinem „Probiere-Regionale-Dinge-Tick“ erneut nachgegeben habe und im Amorino direkt an der Kathedrale ein Macaron gekauft habe. Und dann war es nur noch Liebe auf den ersten Biss, falls es so etwas gibt. Wenn du also auch deine Vorurteile gegenüber Macarons abstellen oder einfach mal eins probieren möchtest oder ohnehin ein Liebhaber bist, dann bist du in Straßburg genau richtig.

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Während ich in den Macarons eine neue Leckerei für mich entdeckt habe, muss ich meine Vorstellung von einem französischen Croissant allerdings nochmal überdenken. Die mag ich auch bei uns sehr gerne und war mir sicher, dass sie in Frankreich dann ein Geschmackserlebnis sein werden. Doch nicht nur, dass sie an diese hohen Erwartungen nicht herankamen, sie haben mir einfach überhaupt nicht geschmeckt. Zum Glück habe ich in den Macarons ein neues französisches Lieblingsgebäck gefunden.

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Warst du schon in Straßburg? Was kannst du noch empfehlen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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13 KOMMENTARE
  1. Antworten

    ItineraMagica

    10. April 2016

    So ein schöner Beitrag über eine Stadt, die ich liebe! Und ich habe dank dir etwas erfahren: ich wusste nicht, dass man diese 332 Treppen steigen durfte! Ich liebe diese Gegend, habe auch auf meinem Blog darüber geschrieben. Bin froh, deinen Blog zu entdecken!

    • Christina
      Antworten

      Christina

      10. April 2016

      Danke, das freut mich. Dann nichts wie rauf auf die Kathedrale. Die Aussicht ist traumhaft 🙂

  2. Antworten

    Antje

    11. April 2016

    Ich war schon ein paar Mal in Straßbourg. Für mich ist das eine Stadt, auf die man sich einlassen muss. Aber dann bezaubert sie dich vollkommen. Das kommt auch in deinem Bericht gut raus. Und ja, der Flammkuchen ist très genial.
    Lieben Gruß, Antje

    • Christina
      Antworten

      Christina

      12. April 2016

      Hallo Antje,
      das stimmt, Straßburg verzaubert. Freut mich, dass dir der Bericht gefällt 🙂
      Liebe Grüße
      Christina

  3. Antworten

    Iris von Reiseschnappschuesse

    9. September 2016

    Hallo Christina,

    ich war schon mehrmals in Straßburg und kann deinen Ausführungen absolut zustimmen. Der Flammkuchen ist der Hit. Durch La Petit France zu schlendern ist wie alles um sich herum zu vergessen 🙂 Die schönen Fachwerkhäuser, die Ile, die vielen Brücken und das Flair haben für mich eine ganz besondere Wirkung. Ich kann zum Besichtigen den Palais Rohan empfehlen, der sehr schön ist. Ebenso ist ein Abstecher in das Europaviertel lohnenswert. Das ist zwar eine ganz andere Stil- und Baurichtung, aber doch imposant.

    Eine Fahrt im Winter nach Straßburg hat auch etwas. Wir waren vor 2 Jahren kurz nach Weihnachten dort und die ganze Stadt war noch geschmückt…..einfach toll.

    LG
    Iris

    • Christina
      Antworten

      Christina

      10. September 2016

      Hallo Iris,
      ohja, an Weihnachten stelle ich mir das dort auch richtig toll vor. Ich behalte das mal im Hinterkopf 🙂
      Liebe Grüße
      Christina

  4. Antworten

    Saskia

    9. Oktober 2016

    Liebe Christina,
    ein wirklich sehr gelungener Artikel über das schöne Straßburg. Ich war auch erst vor kurzem da und dein Artikel macht nochmal richtig Lust, da bald wieder hinzufahren.
    Lieben Gruß
    Saskia

    • Christina
      Antworten

      Christina

      9. Oktober 2016

      Liebe Saskia,
      Straßburg ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Besonders der Weg rauf auf das Münster und der Blick von oben über die Stadt ist genial 🙂
      Liebe Grüße
      Christina

  5. Antworten

    Tanja

    3. Januar 2017

    Liebe Christina,

    vielen Dank für diese tolle Inspiration. Obwohl Strassburg gar nicht so weit entfernt liegt, habe ich es bisher nicht geschafft. Nach deinen tollen Fotos und den wunderbaren Tipps habe ich es gleich für dieses Jahr auf unsere Liste der Wochenendtrips gesetzt. Ich würde am liebsten gleich los.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Christina
      Antworten

      Christina

      4. Januar 2017

      Liebe Tanja,
      ja, Straßburg lohnt sich definitiv. Eine richtig gemütliche Stadt 🙂
      Liebe Grüße
      Christina

  6. Antworten

    One Million Places

    9. März 2017

    Schöner Beitrag. Strassburg hat uns von der Stadt her auch super gut gefallen und ist auf jeden Fall eine Reise wert. Haben dazu auch ganz viele Bilder in unserem Reiseblog und freuen uns über einen Gegenbesuch 🙂

    • Christina
      Antworten

      Christina

      11. März 2017

      Danke! Cool, muss ich mal schauen 🙂

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Christina
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